Bad Meinberger hat eigenen Wassersommelier

- Prüfender Blick: Björn Spisla begutachtet ein Glas voll Bad Meinberger Mineralwasser. Dabei geht es in erster Linie um den Kohlendioxid-Anteil und den damit verbundenen Sprudel-Effekt. | Foto: Preuss
Bernd Spisla ist der Mann für die feinen Unterschiede
Horn-Bad Meinberg. Für die meisten Verbraucher ist Wasser gleich Wasser, feine Unterschiede bleiben oftmals unbemerkt. Nicht jedoch bei Björn Spisla. Er hat gerade eine Ausbildung zum Wassersommelier gemacht. Der Bezirksleiter Gastronomie bei Staatlich Bad Meinberger hält das mit Mineralwasser gefüllte Glas gegen das Licht. Ein prüfender Blick. Dann bedeckt der 35-Jährige das Gefäß mit der Hand, schwenkt es und hält die Nase rein. Dann erst kommt der Geschmackstest.
"Die Sensorik ist ein großes Thema. Einige Wässer sind nicht mit Mineralien versetzt und schmecken weich. Sind dagegen viele Mineralien drin, ist der Geschmack eher süß-bitter", erklärt Spisla. Erkenntnisse, die er bei einer achttägigen Schulung an der Doemens Academy in Gräfelfing gewonnen hat. Und das war nicht immer einfach.
Denn zunächst mussten die 15 Teilnehmer erst einmal herausfinden, wie Magnesium, Calcium, Natrium und ähnliches überhaupt schmecken. "Ich habe oft noch nachts darüber nachgedacht, wie ich beschreiben kann, was ich wahrgenommen habe", sagt der 35-Jährige, der pro Tag rund vier Liter Wasser zu sich nahm - immer solches ohne Kohlensäure, damit möglichst kein Völlegefühl entstehen konnte. "Außerdem kann die Säure auf der Zunge den Geschmack verfälschen", ergänzt der Gastronomie-Kundenberater. Nikotin, Parfüms und Handcreme galt es ebenfalls zu vermeiden. Schließlich mussten die angehenden Sommeliers neben dem Geschmack sowie dem Mineralien- und Kohlendioxid-Gehalt unter anderem auch den Geruch bewerten. "Dabei lassen sich so genannte ,Off-Flavour‘-Substanzen erkennen, wie zum Beispiel Chlor. Im Seminar tauchte sogar einmal ein leichter Klebstoffgeruch auf", berichtet Spisla, der nach Angaben seines Chefs von sich aus ein Talent für das Erkennen feiner Unterschiede mitbringt. Seine Fähigkeiten auszubauen und verschiedene Wässer noch besser beurteilen zu können, war dem 35-Jährigen wichtig. "Ich beschäftige mich bei meinem Job natürlich auch mit anderen Wässern. Ich muss wissen, wie sie schmecken, damit ich die Vorteile von Staatlich Bad Meinberger bei unseren Kunden herausstellen kann", erläutert er. Deshalb wälzte Spisla in Gräfelfing Aktenordner, prägte sich theoretische Grundlagen von der Bedeutung des Trinkens bis hin zu rechtlichen Verordnungen ein und bestand schließlich die vierteilige Prüfung zum Wassersommelier. Das Erlernte soll nun in gezielte Aktionen rund um das Thema Wasser münden.
Quelle: Lippische Landeszeitung



