Historischer Stadtkern

Mehr als 100 Hörnchen führen durch den historischen Stadtkern

Von einem der im Plan ausgewiesenen Parkplätze am Stadtrand erreichen Sie nach einen Fußweg von etwa fünf Minuten das Zentrum, den Marktplatz. In diesem Areal befand sich bereits vor 1000 Jahren eine um 1120 erstmals erwähnte dörfliche Siedlung. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gründete Bernhard III. Edler Herr zur Lippe, an die bestehende Siedlung anknüpfend, die Stadt. Der Gründungszeitpunkt ist nicht überliefert, die früheste Nennung der Stadt stammt aus dem Jahr 1248. Ihr im Plan gezeigter Grundriss hat sich bis heute erhalten, ihm liegt ein Schema zugrunde, das zu jener Zeit auch andere Stadtgrundrisse der Region kennzeichnete. So repräsentiert Horn den Typus der mittelalterlichen Gründungsstadt mit Stadtburg.

1. Vom Burghof aus erkennen Sie in dem Mittelfl ügel den ältesten, 1348 vollendeten Teil der Burg. Im Jahre 1659 verliert die Anlage ihren Wehrcharakter und wird zu einer herrschaftlichen Wohnburg umgebaut. Der Treppenturm mit dem Wappenstein über dem Portal und der Ostflügel werden angefügt. Durch das aufwendig gestaltete Treppenhaus erreichen Sie das Burgmuseum im Obergeschoss. Es informiert Sie näher zu den Themen Burg- und Stadtgeschichte, den Externsteinen und zeigt Werke des Malers Karl Henckel und des Bildhauers Robert Henckel. Ein Rondell auf dem Burgplatz mit einer Linde erinnert an den Gerichtsplatz, der an dieser Stelle bezeugt ist. Die westlich gelegene Burgscheune, heute das Bürgerhaus, wurde 1744 als eines der Wirtschaftsgebäude im Burgbezirk an Stelle
eines Vorgängerbaues errichtet.

2. Sie verlassen den Burghof, gehen die Burgstraße entlang bis zur Kirche. Rechts der Kirche liegt eines der historischen Wasserreservoire der Stadt, der Pfeifenkump. Für die Infrastruktur einer Stadt war die Versorgung mit gutem Trinkwasser von großer Bedeutung. So führte bereits 1546 eine Leitung vom Bornsberg zu den verschiedenen „Kümpen“ (Brunnenbecken) der Stadt. Wesentliche Teile der genannten Bauten, insbesondere der Werkstein-Bauschmuck,
wurden aus dem hochwertigen Osning-Sandstein gefertigt, der aus Brüchen in Stadtnähe stammt. Das ortstypische Material stellt einen stadtbildprägenden Werkstoff dar, der auch andere Gebäude und Anlagen kennzeichnet.

3. Die Kirche bestand bereits zum Zeitpunkt der Stadtgründung. Ihr ältester Teil, der massive Turm, zeigt romanische Stilelemente des 12. Jahrhunderts. Das Hauptschiff und die beiden Seitenschiffe sind spätgotische Bauteile des 15. Jahrhunderts. Neben dem gut proportionierten Bau sei auf einige Details des Innenraums hingewiesen; einen Epitaph des Cord v. Mengerssen von 1561, den Taufstein aus dem Jahre 1591 und die fünf Kronleuchter von 1708. Südwestlich der Kirche fi ndet sich an der Kirchstraße ein interessantes Ensemble von Fachwerkhäusern, das den Charakter der älteren Bebauung recht gut erkennen lässt.

4. Östlich der Kirche begrenzt das Rathaus den Marktplatz. Es wurde nach einem Stadtbrand, der im Jahre 1864 u.a. den mittelalterlichen Vorgängerbau zerstörte, 1866 in neugotischem Stil errichtet.

5. Im Zentrum des Platzes steht das Denkmal des Lippischen Landtags- und Reichstagsabgeordneten Franz Hausmann (1818-1877). Der überzeugte Demokrat Hausmann
war auch Syndikus seiner Heimatstadt Horn.

6. Die gegenüberliegende Seite ist bestimmt von dem 1616 erbauten und 1679/80 umgebauten Adelshof der Beamtenfamilie v. Kotzenberg, Drost des Landesherrn. Bauformen und Bauschmuck der Spätrenaissance prägen das Erscheinungsbild.

7. Von diesem Bau aus, dem heutigen Hotel Vialon erreichen Sie über den Domensoot die Wallanlagen, die außerhalb der Stadtmauer liegen, und die Straße „Hinter der Mauer“. Dieser folgen Sie nach links bis zur Leopoldstaler Straße. Rechts oberhalb fällt der letzte erhaltene Stadtturm ins Auge, die sogenannte Malzdarre. Um 1550 errichtet, wurde der Turm im 18. und 19. Jahrhundert vom Hornschen Braueramt benutzt. Bei einem Umbau nach 1864 setzte man über einem neu geschaffenen ebenerdigen Zugang den Kaminstein des im Stadtbrand untergegangenen Rathauses ein. Sie überqueren die Leopoldstaler Straße und folgen den Wallanlagen, bis Sie nach etwa 5 Minuten wieder auf der Mittelstraße ankommen. Wenden
Sie sich nach links zurück in Richtung Marktplatz.

8. Direkt an der nächsten Kreuzung befindet sich mit der Hausnummer 76 ein schönes stadtbildprägendes Gebäude der Gründerzeit.

9. Im Haus Nummer 91 befi ndet sich das ehemalige Hotel „Zur Post“, erbaut um 1690. Dort befand sich die Posthalterei bis 1873. Die letzte Postkutsche fuhr 1912 vierspännig von Horn nach Lippspringe.

10. Im Haus Mittelstraße 83 befi ndet sich die „Privilegierte Apotheke“. Sie wurde 1739 gegründet. Das heutige Gebäude stammt aus dem Jahre 1891.

11. Das Haus Nr. 71 wurde 1563 vom lippischen Hofrat und Vizekanzler Johann v. Rintelen erbaut. Die letzte Sanierung stammt aus dem Jahr 1920. Es befi nden sich drei Wappen an dem Haus: von Joh. v Rintelen, Bernhard dem VIII. und Katharina v. Waldeck.

12. Unmittelbar vor Erreichen des Marktplatzes auf der rechten Seite an der Ratstwete liegt das Amtshaus von 1757/58, der einzige Spätbarockbau der Stadt, in dessen jüngerem Anbau bis 1970 das Amtsgericht bestand. Über die genannten Punkte hinaus gibt es noch einiges zu
erkunden. Sie können jetzt noch eine kleine Stadterkundung anschließen, wenn Sie sich nach rechts in die Ratstwete wenden und dieser bis zur Burgstraße folgen. Wenden Sie sich hier wiederum nach rechts. Auf der linken Seite der Burgstraße weist ein Schild auf die ehemalige Synagoge und die Synagogenschule hin. Ein kurzes Stück weiter stoßen Sie auf die Nordstraße. Da dieser Straßenzug vom Stadtbrand des Jahres 1864 nicht betroffen war, sind hier neben ansehnlichen jüngeren Gebäuden, auch Fachwerkhäuser mit bedeutenden Schnitzgiebeln der Renaissance erhalten. Sobald Sie die Mittelstraße (Fußgängerzone) wieder
erreicht haben ist Ihr kleiner Stadtrundgang beendet.

Ihr Wegbegleiter zum Download:
Historischer Stadtrundgang