Die Externsteine - Synthese aus Naturkräften und menschlichem Wirken
Die Externsteine - eine markante, bis zu 40 Meter hoch aufragende Felsformation im Tal der Wiembecke bei Horn-Bad Meinberg in Lippe - zählen zu den bekanntesten Natur- und Kulturdenkmälern Deutschlands. Sie sind über die Landesgrenzen hinaus bekannt aufgrund des monumentalen romanischen Kreuzabnahmereliefs, welches mittelalterliche Steinmetze dort in den Felsen schlugen. Die wechselvolle Geschichte des Monumentes offenbart sich in zahlreichen weiteren Spuren menschlichen Wirkens: Neben dem Relief sind das möglicherweise zugehörige Felsengrab und die in die Felsen eingeschlagenen Grotten sowie die in die Spitze von Felsen II eingebrachte Höhenkapelle nur die prominentesten historischen Zeugnisse. Auch aus der Zeit der Nutzung der Grafen zu Lippe und aus dem 19. und 20. Jahrhundert haben sich zahlreiche Relikte vor Ort erhalten.
Die charakteristische Form des Felsmassives zusammen mit den mittelalterlichen und nachmittelalterlichen Spuren hat seit dem 16. Jahrhundert die Phantasie der Menschen beschäftigt. Zahlreich, vielfältig und zuweilen auch der besonderen Atmosphäre vor Ort geschuldet sind denn auch die
Deutungsvorschläge; teils ruhen sie auf einem wissenschaftlichen Fundament, teils beruhen sie auf reiner Intuition. Auch eine Reihe volkstümlicher Legenden rankt sich um die Geschichte der Externsteine. Als besonders verheerend für eine gründliche wissenschaftliche Erforschung aber auch die touristische Erschließung des Monumentes hat sich der seit den späten 20er Jahren des 20. Jahrhunderts zu beobachtende Einfluss von Vertretern der sogenannten "völkischen Weltanschauung" auf die Externsteinforschung erwiesen. In der Nachkriegszeit zunächst zögerlich, dann jedoch verstärkt seit den 80er Jahren setzte die ernsthafte wissenschaftliche Erforschung der geschichtlichen Spuren an den Externsteinen sowohl von archäologischer, historischer als auch von kunsthistorischer Seite wieder ein.



